Stroh

Anfall & Standortkontext: 

  • Stroh ist das Nebenprodukt des Getreideanbaus (vor allem Weizen, Roggen, Gerste, Triticale). Seine Verfügbarkeit koppelt sich direkt an die landwirtschaftliche Flächennutzung.
  • In der südlichen Oberlausitz (Görlitzer/Löbauer Feldflur) fallen auf den ertragsreichen Löss- und Lehmböden hohe Stroherträge (insb. Weizenstroh) pro Hektar an. Auf den leichteren Sandböden der zentralen und nördlichen Lausitz dominiert der Anbau von Roggen und Triticale, die verhältnismäßig viel Stroh pro Kornertrag liefern. 
  • Ökologische Einschränkung: Stroh darf auf leichten Sandböden nicht unbegrenzt abgefahren werden. Es dient als wichtiger Humusbildner und Verdunstungsschutz. Ein dauerhafter Entzug verschlechtert die Bodenfruchtbarkeit und Wasserhaltekapazität rasch. 

Ernte & Aufbereitung: 

  • Die Bergung erfolgt im Hochsommer direkt im Anschluss an den Mähdrusch. Das auf Schwad gelegte Stroh wird nach kurzer Trocknung auf dem Feld zu Quader- oder Rundballen gepresst (hohe Pressdichte erforderlich für den Transport). Für stoffliche Nutzungen wird es anschließend oft gehäckselt, gemahlen oder aufgeschlossen (z. B. thermomechanisch).

Stoffliche Verwendungsbeispiele: 

  • Bau- und Dämmstoffe (Strohballenbau, Einblasdämmung), Leichtbauplatten, Formteile, Verpackungsmaterialien, Torfersatz sowie Zellstoffgewinnung