Flachs / Faserlein

Flachs, auch Lein genannt, liefert seit Jahrhunderten Fasern für Textilien. Seine langen, reißfesten Fasern eignen sich außerdem hervorragend für stabile Werkstoffe, etwa im Automobil- oder Baubereich. In Deutschland wird Flachs heute allerdings nur noch auf wenigen Flächen angebaut. 

Standort & Anbauansprüche: 

  • Flachs hat ein eher schwaches Wurzelsystem und bevorzugt feinkrümelige, gleichmäßig feuchte, mittlere Böden (Lehm- und Sandlehm) bei gemäßigten Temperaturen. Er verträgt weder starke Frühjahrstrockenheit noch staunasse oder extrem karge Sandböden. 
  • Die historischen Anbaugebiete in den Übergangslagen und Becken der Oberlausitz bieten klimatisch und bodenkundlich gute Bedingungen. Die sandigen, trockenen Flächen der Niederlausitz sind ohne künstliche Bewässerung ungeeignet. 

Verarbeitung & Aufbereitung: 

  • Flachs wird nicht gemäht, sondern samt Wurzel ausgerauft („Raufen“), um die Faserlänge zu erhalten. Es folgen die Feldröste (Tauröste) sowie das mechanische Brechen und Schwingen in Spezialanlagen, wodurch Langfasern, Kurzfasern (Werg) und Holzteile (Schäben) gewonnen werden. 

Verwendungsbeispiele der Fasern: 

  • Langfasern: Bekleidungstextilien (Leinen), hochwertige Heimtextilien
  • Kurzfasern: Dämmmatten, Spezialpapiere, Naturfaserverstärkte Kunststoffe (NFK)