Die Fasernessel besteht aus feinen, festen Fasern, die sich zu hochwertigen Materialien verarbeiten lassen. Sie wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gezielt aus der Wildform der Brennnessel gezüchtet und in den 1990er-Jahren im Zuge des wachsenden Interesses an alternativen Faserpflanzen wiederentdeckt.

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Standort & Anbauansprüche:
- Bei der Fasernessel handelt es sich um eine ausdauernde, mehrjährige Kultur (Nutzungsdauer mindestens 5 Jahre). Sie ist extrem anspruchslos gegenüber Frost, benötigt für hohe Erträge (70-80 dt/ha Trockenmasse im 1. Schnitt) jedoch sehr stickstoff- und kaliumreiche Böden (N-Entzug: 200 kg/ha) sowie eine hohe Wasserversorgung.
- In der Lausitz ideal für feuchte Senken, Flussauen (z. B. Spree-/Neißeniederungen) oder Niedermoorstandorte. Auf den trockenen, nährstoffarmen Flugsandflächen der Tagebaufolgelandschaften wächst sie nicht wirtschaftlich.
Verarbeitung & Aufbereitung:
- Die Ernte erfolgt einschnittig zum Blühende (Juli/August) mit Tiefschnitt. Die Stängel trocknen auf dem Feld, entblättern und werden anschließend aufbereitet. Die Fasern zeichnen sich durch außergewöhnlich hohe Feinstruktur und Reißfestigkeit aus. Der Fasergehalt liegt durch Züchtung bei ca. 15 %.
Verwendungsbeispiele der Fasern:
- Textilbereich: Extrem hochwertige, weiche und atmungsaktive Garne/Gewebe (hoher Tragekomfort)
- Technischer Bereich: Spezial-Faserverbundwerkstoffe

